ERNESTINA ABBÜHL originale

Die Künstlerin präsentiert dem Betrachter mit ihrem Schaffen komplett neue visuelle Ebenen, die sich je nach Licht- oder Schatteneinfluss als etwas ganz Vertrautes zeigen, nur um sich im Bruchteil eines Moments wieder komplett zu entziehen. Je länger man sich mit der Natur und ihren Erscheinungen auseinandersetzt, desto mehr wird der Künstlerin und den Betrachtern ihrer Werke die Möglichkeit geboten, stets neue Interpretationen des Erlebten, Gesehenen und Gefühlten vorzunehmen. Reine, filigrane, teils beinahe schwebende Strukturen aus dem natürlichen Gegensatz von Chaos und Ordnung zeigen sich als Werke, die es zu entdecken gibt und mit denen sich die Auseinandersetzung lohnt. «Es ist am Schluss wie ein Puzzle», sagt sie. Sammeln, recherchieren, konzipieren, reissen, falten, schneiden, in Paraffin tränken, nochmals bearbeiten, bis die Architektur eines neuen Werks schliesslich steht. Ernestina Abbühl holt sich die Inspiration aus dem Kreislauf der Natur und dem hochalpinen Engadin: Eis, Fels, Erde, Flora sind ihre vier Hauptthemen, die sich konsequent in variierenden, natürlichen Farbtönen und ausgesuchten Materialien durch ihr Schaffen ziehen. Die rätoromanischen Titel ihrer Arbeiten sind dabei aussagekräftig und gleichermassen geheimnisvoll.


Ernestina Abbühl: geboren 1. Juni 1967 in Samedan, Bürgerin von S-chanf (Engadin)


Text: Fabiola Casanova, Kunsthistorikerin

ERNESTINA ABBÜHL